Thursday, December 6, 2007

Sieg beim Swiss Gamblers Sektionsspiel

Gestern Abend fand seit längerem wiedermal ein kleines Turnier der Swiss Gamblers Sektion ZH statt. Ursprünglich waren 10 Spieler angemeldet doch aufgrund einiger teils kurzfristiger Absagen waren wir dann doch nur 8 Spieler am Start. Aber auch zu acht kann man eine Menge Spass haben und pokern, besonders in der einmal mehr genialen Location bei Reto! :)

Gestartet wurde mit 4'500 Chips, Blinds 25/50 und 20 min. Levels. Ich spielte zu Beginn etwas looser in der Hoffnung auf einen frühen Double-up. So limpte ich bspw. mit 2-2 UTG in den Pot, ein Gegner raiste auf 200 und ich callte als Einziger. Natürlich hoffte ich auf einen Flop mit einer 2 drin, doch bei einem guten Flop nahm ich mir vor eine gute Hand zu repräsentieren. Der Flop kam J-10-5 und ich setzte 250 worauf ich geraist wurde. Naja, der Versuch ist dann wohl in die Hose gegangen.

Bei Blinds 50/100 raiste ich schliesslich vom Cut-Off mit Kc-Jc auf 400 nachdem bereits zwei Spieler reingelimpt waren. Einer der Limper bezahlte und wir sahen den Flop Heads-up: 7c-8c-10s. Er spielte 500 an in den Pot von 1'050 worauf ich callte mit der Idee auf dem Turn zu pushen wenn a) ich den Flush nicht machen würde und b) eine ungefährliche Karte fallen würde. Auf dem Turn dann die 9c welche mir den 2nd Nut Flush bescherrte. Mein Gegner setzte 1'000 in dieses doch recht gefährliche Board, so dachte ich mir er musste auch irgendwas in der Hand halten. Auf dem River fiel dann die 4d, innerlich hatte ich natürlich gehofft, dass das Board sich nicht pairen würde falls er ein Set gefloppt haben sollte. Er checkte dann allerdings zu mir und nun wusste ich, dass seine Hand wohl doch nicht so stark war. Auf meine All-in Bet (ca. 2'500 in den Pot von 4'000) foldete er dann leider. doch in Summe konnte ich einige Chips hinzugewinnen.

Im nächsten Level 75/150 ergab sich dann folgende Hand. Ich hielt im SB 6-7o und füllte auf, zu viert sahen wir den Flop: 3d-5c-6c. Alle checkten durch und der Turn brachte die 4d, komplettierte also meine 7high straight. Ich checkte in der Hoffnung, dass einer der Gegner nun setzen würde und genau so kam es. Der Spieler der vom Button reingelimpt war setzte 1'000 in den Pot von 600 -- I love overbets when having such a strong hand! :) Ich callte worüber der BB sichtlich erstaunt war, denn er hätte wohl auch gecallt wenn ich das nicht bereits getan hätte. War mir ziemlich sicher, dass mindestens einer der beiden die kleinere Straight hielt; der BB und der andere Limper foldeten dann beide. Auf dem River dann eine hässliche Karte: 7c, die Straight und ein 3-card Flush lagen jetzt also auf dem Board: 3d-4d-5c-6c-7c. Der Pot betrug nun 2'600 und ich pushte all-in für rund 4'000. Mein Gegner hatte nur noch rund 2'500, ein Call wäre für ihn also auch all-in gewesen. Ich war mir recht sicher, dass er keinen Flush halten konnte, sonst hätte er auf dem Turn nicht so viel gesetzt sondern wohl die Free Card genommen. Und dass er 7-8 gelimpt hatte hielt ich für eher unwahrscheinlich. Doch vielleicht konnte ich ihm ja so den Flush glaubhaft machen, dass ich den Flush hielt? ;) Ich war mir also recht sicher, dass es Split Pot geben würde. Nach längerem Überlegen foldete er schliesslich; er hielt A-2 und hatte ebenfalls auf dem Turn die Straight gemacht, allerdings die kleinere. Schade, dass auf dem River eine so unschöne Karte kam, ansonsten hätte ich hier bestimmt noch mehr Value rausholen können.

Etwas später, wir waren noch zu viert, ergab sich folgende Hand. Bei Blinds 400/800 war ich im BB mit Ks-2s und alle foldeten zum Chip Leader im SB, welcher auffüllte. Ich checkte und wir sahen den Flop Kc-6c-2d. Er checkte zu mir und ich setzte mit meinen Two Pairs 1/2 Pot (800), er callte. Auf dem Turn dann die Qh, er checkte wieder und ich setzte 2'000 in den Pot von 3'200, er callte wieder. Auf dem River dann die 8d und er checkte wieder. So lange kein Kreuz mehr fiel sagte ich mir bereits auf dem Flop, dass ich mich hier committen würde. Hätte er ein Set gefloppt hätte ich ihn wohl oder übel ausbezahlt. Der Flush kam also nicht und nach seinem Check pushte ich all-in für noch rund 3'500 (Pot 7'200) und er callte. Er zeigte Qc-5c, hatte also Flush Draw und Second Pair auf dem Turn getroffen. Dieser grosse Pot ging an mich und sogleich avancierte ich zum Chip Leader am Tisch mit rund 14'000. "There's a new sheriff in town!"

Einige Hände später waren wiederum der ehemalige Chip Leader und ich in den Blinds. Alle foldeten zu ihm im SB (500) und er pushte all-in für rund 6'000. Ich sah mir die erste Karte an: K. Dann die zweite Karte: K! Gab natürlich einen schnellen Call und er zeigte Ad-Jd. Ich hoffte natürlich primär, dass kein Ass fallen würde auf dem Flop... Dieser kam schliesslich 4d-5d-Jc, er hatte also noch recht viele Outs. Auf dem Turn dann nochmals ein J und gedanklich war ich schon am rechnen, wieviele Chips ich nach dieser Hand noch haben würde. River: K!! Bingo, zwei Outer getroffen! :) Wow, was war das für eine Hand... Für ein Mal sass ich am anderen, glücklicheren Ende des Bad Beats.

Nun hatte ich ca. 20'000 in Chips und wir waren noch zu dritt in der imaginären Bubble Phase. Die beiden anderen Spieler gingen dann sogleich selber aufeinander los mit A-Q vs. 8-8 und derjenige mit etwas mehr Chips gewann den Coin Flip mit einer Queen auf dem Flop. So ging's ins Heads-up, welches ich mit einem grossen Chipvorteil starten konnte gegen einen relativ unerfahrenen Heads-up Spieler. Ich erhielt leider keine wirklich gute Hand wollte aber trotzdem möglichst viele Flops gegen ihn spielen, was mir soweit auch gelang. Schlussendlich gewann ich mit K-2 auf einem Board 2-3-4-Q-2 als er auf dem River checkte, ich 4'000 setzte und er all-in ging für 7'000. Ich callte und er zeigte J-3.

In Summe war ich ganz zufrieden mit meinem Spiel, ein zwei Hände habe ich mir nachträglich nochmals durch den Kopf gehen lassen wo ich dann doch zum Schluss gekommen bin, dass sie OK gespielt waren. Aber genau darum geht's doch in diesem Spiel: Das ewige Streben nach der perfekt gespielten Hand -- obwohl es die gar nicht gibt...

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